Zweispurige Brücke soll über die Ruhr führen

Meschede. Die Mescheder Innenstadt bekommt einen neuen Verkehrsring. Eine breite Mehrheit aus CDU, SPD, UWG, FDP und Grünen hat sich am Donnerstag für eine zweispurige Brücke vom Mühlenweg/Ostring zur Kolpingstraße ausgesprochen.
Auf diese Weise sollen die Ruhrbrücke, der Winziger Platz und die Fritz-Honsel-Straße entlastet werden. Dadurch besteht die Möglichkeit die Innenstadt umzugestalten. So soll die Henne teilweise wieder geöffnet werden, es soll eine Ruhr-Promenade entstehenund der Ruhrtal-Radweg soll am Fluss entlang geführt werden.
Die zweispurige Brücke ist insbesondere bei Anwohnern und auch bei der MBZ umstritten. Die Wählergemeinschaft hatten für eine einspurige Variante plädiert und hält diese nach Worten von Jochen Senge nach wie vor für realisierbar. Der Stadtrat beschäftigte sich daher gestern Abend eingehend mit mehreren Varianten. „Es kann uns niemand den Vorwurf machen, wir wären nicht bereit gewesen, die Alternativen und Einwände aufzugreifen“, sagte Bürgermeister Uli Hess.
Es sind mehrere Gründe, die nach Meinung der Mehrheit für die zweispurige Variante sprechen:
• Nur so könne ein leistungsfähiges Verkehrsnetz für die Zukunft geschaffen werden.
• Auch bei einer einspurigen Variante würde der Mühlenweg laut einem Gutachten nur um 20 Prozent entlastet, die Kolpingstraße würde aber mehr belastet, die Reduzierung des Verkehrs auf der Ruhrbrücke und der Fritz-Honsel-Straße träte nicht ein.
• Der portugiesischen Verein habe immer gewusst, dass er den alten Bauhof nur auf Zeit nutzen könne. Das Gebäude sei sanierungsreif und die Feuerwehr benötige künftig die Parkplätze an der Stelle. Der Abriss wegen der neuen Brücke sei nicht zu vermeiden.
• Lediglich die Kosten der einspurigen Brücke wären günstiger: etwa 130.000 Euro für die Stadt – die Mehrkosten seien aber nicht zu viel für eine strukturelle Weiterentwicklung der Innenstadt.
Während die zweispurige Variante von den Befürwortern als „wesentlicher Baustein des Gesamtkonzepts“ und „Herzstück der Regionale“ bezeichnet wurde, bekam die MBZ harte Kritik zu hören. So warf Maria Gödde-Rötzmeier (UWG) der Fraktion vor, dem portugiesischen Verein falsche Hoffnungen zu machen. Das sei nicht fair. Weitere Planspiele, wonach angeblich der Denkmalschutz oder Fledermäuse, den Abriss noch verhindern sollten, ließen sie mit dem Kopf schütteln. CDU-Fraktionschef Willi Raulf betonte, dass der Rat das Gesamtwohl der Stadt Meschede im Auge behalten müsse und nicht Einzelinteressen.
Reinhard Schmidt kritisierte die MBZ für ihren Kurs: Die Stadt sei bei der Regionale nur deshalb so weit gekommen, weil sie bisher Einigkeit gezeigt habe. „Lebensfremd“, nannte Martin Schubert (FDP) die Ideen der MBZ und auch Mechthild Thoridt (Grüne) sieht den Bauhof nicht als erhaltenswert an, sondern als „Schandfleck“.

Quelle: Oliver Eickhoff, erschienen in Westfalenpost – Westfälische Rundschau, Lokalausgabe Meschede vom 06.05.2011

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