Strategien gegen den Fachkräftemangel am Beispiel des REGIONALE-Projektes „Sauerland-Seen“

Südwestfalen braucht Fachkräfte, die es zu gewinnen gilt. Über mögliche Strategien diskutierten jetzt rund 60 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung beim „Meeting Mittelstand“, zu dem der Bundesverband der Mittelständischen Wirtschaft in das Welcome Hotel am Hennesee eingeladen hatte. Im Zentrum stand die Frage, inwiefern das REGIONALE-Projekt „Sauerland-Seen“ dazu beitragen kann, die  Standortattraktivität der Region nachhaltig zu verbessern.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte Meschedes Bürgermeister Uli Hess die Bedeutung einer funktionierenden Infrastruktur als Grundlage für erfolgreiches Wirtschaften heraus. „Die Stadt Meschede ist hier nicht zuletzt durch das neue Gewerbegebiet Enste-Nord gut aufgestellt“, so Hess. „Darüber hinaus spielt der Erholungs- und Freizeitwert einer Region als sogenannter weicher Standortfaktor eine wichtige Rolle. Die Stadt Meschede sieht in dem REGIONALE Projekt Sauerland-Seen daher eine große Chance, den Hennesee in den nächsten zwei Jahren deutlich aufzuwerten“.

„Fokussieren, Kommunizieren und Kooperieren“ sind die Strategien des Hochsauerlandkreises gegen den Fachkräftemangel, die Kreiswirtschaftsförderer Michael Bison in seinem Vortrag näher erläuterte. Dabei geht es unter anderem um die Familienfreundlichkeit der Unternehmen, die Sicherstellung der medizinischen Versorgung und ein verstärktes Regionalmarketing.

Die Bedeutung eines Regionalmarketings unterstrich der stellvertretende Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur Hubertus Winterberg : „Die Projekte der REGIONALE 2013 befinden sich auf der Zielgerade. Nunmehr gilt es, Südwestfalen, die drittgrößte Industrieregion Deutschlands, aktiv zu vermarkten“. Diesem Zweck dient auch der Verein „Wirtschaft in Südwestfalen e.V.“, der neben den Kreisen nunmehr auch Gesellschaft der Südwestfalen Agentur ist.

Den besonderen Stellenwert der Fachhochschule für die praxisorientiere Ausbildung von Fachkräften hob Prof. Dr. Jürgen Bechtloff von der FH Südwestfalen hervor. Das kooperative Modell zwischen Studierenden und Unternehmen und das ausbildungs- und berufsbegleitende Studium haben sich laut Bechtloff zu sehr erfolgreichen Alternativen zum klassischen Präsenzstudium entwickelt. Schließlich biete sich für die Wirtschaft  dadurch eine Chance, junge Leute bereits zu Beginn ihres Studiums für ihr Unternehmen zu gewinnen.

Volker Arens,  Vorsitzender der Interessensgemeinschaft Mescheder Wirtschaft, forderte die Unternehmern auf, selbst ein attraktives Arbeitsumfeld in ihren Betrieben zu schaffen. Die ergänzenden öffentlichen Maßnahmen zur Stärkung der Standortattraktivität seien natürlich wichtig, so Arens, und würden von Seiten der Wirtschaft begrüßt.

Zum Abschluss der Veranstaltung erläuterte der heimische Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Patrick Sensburg die Bedeutung von Europäischen Fördermitteln für die Entwicklung des ländlichen Raums. So wurde die Beseitigung der „Kyrill-Folgen“ maßgeblich durch EU-Mittel finanziert. Auch die Maßnahmen im Rahmen der REGIONALE wie z.B. am Hennesee und dem Branchenkompetenzzentrum für die Automobilindustrie werden von Europa gefördert. Und Sensburg machte den Unternehmen in der Region weiter Hoffnung: Sie könnten in der nächsten Förderperiode von Mitteln aus Brüssel zur Förderung von Innovationen profitieren – die Proteste der Region gegen die angedachte Konzentration der Gelder auf das Ruhrgebiet waren nicht umsonst.

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