Uli Hess: Henne-Öffnung mit positiver Wirkung für Gewerbetreibende

Sommer und „Halbzeit“ bei den Vorhaben des Jahres 2013 in Meschede. Im Interview nimmt Bürgermeister Uli Hess Stellung.

In vielen Bereichen der Innenstadt nähern sich die Arbeiten ihrem Abschluss. Ihr Fazit dazu?
Meine persönliche Auffassung: Wir sind gerade dabei, einen echten Qualitätssprung in der Weiterentwicklung unserer Innenstadt zu erreichen. Allerdings: Viel bedeutsamer ist, was die Menschen denken, die unsere Innenstadt besuchen oder dort beruflich tätig sind. Und wenn ich sehe, auf wie große Aufmerksamkeit die Arbeiten stoßen, welchen Zuspruch es dafür gibt, dann bin ich überzeugt, dass wir hier den Anstoß zu einer nachhaltig positiven Entwicklung haben.

Woran machen Sie das fest?
Zum Beispiel daran, wie viele Menschen stehenbleiben und schauen, was sich an der Henne tut. Wir schaffen hier einen echten Erlebnisfaktor und Aufenthaltsqualität. Und das strahlt in das Umfeld ab: In die frühere Metzgerei Jung zieht eine Pizzeria ein, in das ehemalige Fotogeschäft Kleinsorge ein Versicherungsbüro. Das zeigt, wie attraktiv diese Lage geworden ist – und dass die Öffnung der Henne auch positive Wirkung für unsere Gewerbetreibenden haben wird.

Wo geht es mit den Arbeiten weiter?
Das sind gleich mehrere Stellen. Voraussichtlich ab Mitte August kann der Autoverkehr über die neue Johannesbrücke fließen. Dann werden wir sofort mit der Sanierung der Ruhrbrücke an der Ruhrstraße beginnen, damit wir dieses Projekt rechtzeitig vor dem Winter fertigstellen können. Oberhalb der Schule unter dem Regenbogen wird die Henne renaturiert – ich lade jeden ein, dort mal zu erleben, wie komplett unterschiedlich sich der Flusslauf auf seinem Weg zur Ruhr darstellt. Und nicht zuletzt läuft zurzeit die Ausschreibung zur geplanten „Himmelstreppe“, die zur Dammkrone des Hennesees hinauf führen wird.

Verlagern sich damit die Arbeiten in Richtung Hennesee?
Zumindest ein Stück weit. Wie gesagt werden wir die Ruhrbrücke komplett sanieren, und wir werden noch an der Ruhrpromenade arbeiten. Aber ein deutlicher Schwerpunkt wird dann am Hennesee liegen. Schließlich muss das, was im Rahmen des Regionale-Projekts „SauerlandSeen“ geschaffen werden soll, bis Ende 2014 umgesetzt sein. Als Stadt arbeiten wir konsequent unsere Themenfelder ab, wie wir es auch den Bürgerinnen und Bürgern versprochen haben.

Wird es denn auch Projekte in den Ortsteilen geben?
Zunächst einmal: Eine moderne, funktionierende Innenstadt stärkt auf jeden Fall auch die Dörfer in unserem Stadtgebiet. Weil sie Angebote vorhält, die es so in den Ortsteilen nicht mehr gibt – ich denke da an die medizinische Versorgung, an Angebotsvielfalt beim Einkauf oder auch Service-Dienstleistungen. Eine starke Kernstadt trägt dazu bei, den demographischen Wandel zu bewältigen. Und auch in den Ortsteilen selbst werden immer wieder Projekte möglich sein, um die Dörfer weiterzuentwickeln. Ich denke da zum Beispiel an das erfolgreiche LEADER-Programm. Vor allem aber gibt es doch hervorragende Beispiele, die aus den Orten selbst kommen – etwa das genossenschaftlich organisierte Bioenergiedorf Wallen oder der Hartwittenmarkt in Eversberg.

Wo sehen Sie denn selbst den Schwerpunkt für das Handeln der Stadt Meschede in den kommenden Jahren?
Den haben die Bürgervertreter in der „Vision Meschede 2022 – gemeinsam unterwegs“ selbst festgeschrieben – Ziel muss es sein, unseren städtischen Haushalt bis zum Jahr 2022 auszugleichen. Das bedeutet, dass wir die knappen Mittel, die wir haben, möglichst effizient einsetzen müssen.

Heißt das, dass die Stadt alle Aktivitäten zurückschrauben muss?
Das heißt es ganz ausdrücklich nicht! Aber es heißt, dass Investitionen gezielt erfolgen müssen – wie zum Beispiel in den Bereich Schule. Was wir etwa in den vergangenen Jahren am August-Macke-Schulzentrum erreicht haben, ist eine klare Stärkung des Bildungsstandorts Meschede.

Und welche Rolle haben die Bürger?
Wenn wir beim Bild der Rolle bleiben – die Hauptrolle! Das heißt, dass Rat und Verwaltung mit maximaler Transparenz vorgehen werden – die Regionale ist dafür das Paradebeispiel. Und vor allem müssen die Bürgerinnen und Bürger den Raum bekommen, ihre Ideen und Vorstellungen aktiv einbringen zu können. Die „Mescheder Stadtgespräche“ zum Beispiel sind zu einer echten Erfolgsgeschichte geworden. Übrigens: Auch jetzt können interessierte Bürgerinnen und Bürger bei den „Stadtgesprächen“ noch neu einsteigen.

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