Jetzt wird die Ruhr verschönert

Letztes Jahr wurde die Henne umgestaltet, jetzt ist die Ruhr an der Reihe. Die Bauarbeiten für die neue „Ruhr-Promenade“ in Meschede beginnen in Kürze. Als erstes müssen dafür fast alle Bäume zwischen Ruhr- und Johannesbrücke gefällt werden.

Die Planer Michael Klauke (li.) und Heinz Hiegemann beim Ortstermin hier an der Feuerwehrwache – Foto: Jürgen Kortmann

Die Planer Michael Klauke (li.) und Heinz Hiegemann beim Ortstermin hier an der Feuerwehrwache – Foto: Jürgen Kortmann

Optisch wird das eine gewaltige Umstellung mitten in Meschede. Denn im Anschluss an die Sanierung und die Umgestaltung der Ruhrbrücke steht als nächstes die Vollendung der „Ruhr-Promenade“ an. Dies ist auch Teil des Regionale-Projektes. Dafür werden als erstes fast alle Bäume zwischen der Nepomuk-Statue und der neuen Johannesbrücke gefällt.

Neue Freitreppe ersetzt Park
Zwischen Nepomuk und der Einmündung der Henne in die Ruhr entsteht ein neuer, etwa 200 Quadratmeter großer gepflasterter Platz mit einer neuen Freitreppe. Dort können Besucher dann, mit Blick auf die Ruhr, sitzen – auf Stufen wie an der „Hennestiege“ bei der Sparkasse. Der neue Platz ist mit Fahrradständern, Wegweisern und möglicherweise einer E-Bike-Ladestation auch so etwas wie ein Ankunftsportal für Radfahrer in Meschede. „Wenn ich Radfahrer in die Stadt holen will, dann muss ich ihnen auch etwas bieten“, sagt Heinz Hiegemann, stellv. Leiter des Fachbereichs Infrastruktur. Und der Platz muss für sie sicher sein. Das führt nahtlos zu der nächsten Frage.

Die Baum-Frage
Über ein Dutzend der alten Bäume auf der südlichen Ruhrseite tragen bereits ein rot-weißes Flatterband. Das ist das Zeichen: Sobald Frost da ist, werden sie alle gefällt. Ausgenommen bleiben voraussichtlich nur zwei Buchen unmittelbar am Nepomuk. Sie sind sauber gewachsen und stellen keine Gefahr dar. Bei der Stadtverwaltung weiß man: Das Baumfällen wird für Diskussionen sorgen. Jeder der 50, 60 Jahre alten Bäume ist deshalb begutachtet worden. Und das Urteil steht fest: Sie haben ihre Altersgrenze erreicht, an der 20 Meter hohen Lärche sind zum Beispiel bereits abgestorbene Äste. Noch offen ist die Zukunft der 25 Meter hohen Tanne auf der kleinen bisherigen namenlosen Parkanlage: Zu ihr ist noch keine Entscheidung gefallen. Kann sie ungeschützt alleine stehen, wenn die Buchen ringsum gefällt werden?

Zwölf weitere Parkplätze
Die „Ruhr-Promenade“: Sie zieht sich dann entlang der Fritz-Honsel-Straße von der Ruhr- bis zur Johannesbrücke. Radfahrer, die den Ruhrtal-Radweg nutzen, und Fußgänger bewegen sich künftig auf dieser drei Meter breiten Promenade. Auf dem Stück zwischen Winziger Platz und Kampstraße, das zur Einbahnstraße werden soll, wird ein Parkstreifen mit zwölf zusätzlichen Auto-Stellplätzen angelegt. Die Kastanien dort, deren Wurzeln den Gehweg schon hochdrücken, werden auch gefällt (damit ihre Früchte nicht auf Autos und Passanten fallen) und durch pflegeleichtere Hainbuchen ersetzt. Sie trennen die Parkstreifen und den neuen Geh-/Radweg voneinander ab. Auf der gesamten Länge der Promenade wird eine neue Hecke gepflanzt. Über sie hinweg soll immer ein Blick aufs Wasser geworfen werden können.

Feuerwehr-Lösung
Von der Johannesbrücke bis zur Kampstraße an der Feuerwache bleibt die Fritz-Honsel-Straße zweispurig: Der Löschzug muss schließlich in beide Richtungen ausrücken können. Auch dort wird der Wildwuchs an Bäumen beseitigt – hier sind im Laufe der Jahre sogar Akazien alt und groß geworden.

Arbeiten auch im Fluss
Die Promenade-Arbeiten werden genutzt, um den Fluss selber an mehreren Stellen zu renaturieren. „Die Ruhr soll nicht mehr wie ein langweiliger gerader Schlauch aussehen“, sagt Planer Michael Klauke. Dazu wird die Böschung auf der Südseite des Flusses an mehreren Stellen aufgebrochen, im Ruhr-Bett sollen ein paar Inseln entstehen. Die Renaturierung ist nicht Teil des „Regionale“-Prozesses, sondern geschieht im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie: Sie will die Qualität von Gewässern verbessern.

Quelle: Westfalenpost – Westfälische Rundschau, Lokalausgabe Meschede vom 22.01.2014

 

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