Lückenschluss in Innenstadt

Arbeiten an neuer Ruhrpromenade in Meschede haben begonnen. Links Fachbereichsleiter Heinz Hiegemann, rechts Planer Michael Klauke --- FOTO: Jürgen Kortmann

Arbeiten an neuer Ruhrpromenade in Meschede haben begonnen. Links Fachbereichsleiter Heinz Hiegemann, rechts Planer Michael Klauke — FOTO: Jürgen Kortmann

450 Meter fehlen noch, dann ist die Innenstadtsanierung in Meschede an Ruhr und Henne abgeschlossen. Als letztes Projekt haben die Arbeiten für die neue „Ruhrpromenade“ begonnen.

Das Ende des Umbaus ist absehbar. Jetzt noch der Lückenschluss, und die Innenstadtsanierung an Ruhr und Henne ist abgeschlossen. 450 Meter fehlen dafür. Der Endspurt hat begonnen.
Nach der Umgestaltung von Ruhrbrücke und Ruhrplatz laufen seit dieser Woche die Arbeiten, um die „Ruhrpromenade“ zwischen Kreisverkehr an der Fritz-Honsel-Straße und neu geschaffener Freitreppe an der Ruhrbrücke zu vollenden. Bis Ende Oktober soll alles abgeschlossen sein.
Begonnen wird gerade unspektakulär mit einer Reparatur der Kanäle. Dann aber geht es spektakulärer an die Ruhr selbst heran. Durch ihre Renaturierung soll ihr langweiliges, geradliniges Erscheinungsbild verschwinden.

Alle Fische werden umgesetzt
Voraussichtlich in der kommenden Woche findet eine Elektrobefischung des Flusses von der Ruhr- bis zur Johannesbrücke statt: Alle Fische werden betäubt und umgesetzt, damit sie dann nicht bei den eigentlichen Bauarbeiten zu Schaden kommen. Forellen, Neunaugen, Mühlkoppen werden hier zu finden sein: „Es geht um die seltenen Fischbestände. Die muss man schonen“, sagt Heinz Hiegemann, Leiter des Fachbereichs Infrastruktur in der Stadtverwaltung. Vor allem an der Einmündung der Henne in die Ruhr tummeln sich Fische – sie mögen das sauerstoffreichere, kühlere Wasser dort.
Sind die Fische raus aus dem Wasser, darf der Bagger rein. In der Ruhr werden Kiesinseln angelegt, die Uferbefestigungen aufgebrochen. Der Fluss wird dadurch abwechslungsreicher anzusehen sein, seine Fließ-Geschwindigkeit verlangsamt, der ökologische Wert gesteigert. 120 000 Euro kostet dieser Umbau. Weil dieser von der Europäischen Union durch ihre „Wasserrahmenrichtlinie“ gefördert wird, muss die Stadt davon nur 15 000 Euro selbst tragen – und erhält obendrein „Ökopunkte“. Die kann die Stadt einsetzen, wenn sie einmal bei anderen Bauarbeiten zum Beispiel Flächen versiegeln müsste. Für die Stadt also ein lohnendes Projekt unter vielen Gesichtspunkten.
Anfangen durfte die Stadt diese Baustelle übrigens erst jetzt. Denn sie musste nicht nur die Elektrobefischung gewährleisten, sondern auch Rücksicht auf Vögel nehmen, die womöglich am Ufer brüten. Die sind nun ausgeflogen. Jetzt kann gebaut werden. Die neue Ruhr soll spätestens ab Ende September fließen.
Zwei Förderprogramme laufen hier parallel. Unten in und an der Ruhr besagtes EU-Projekt, oben an der Straße geht Meschedes Beitrag zur „Regionale“ weiter. Das kostet 350 000 Euro. Davon zahlt die Stadt 30 Prozent. Dafür wird entlang der Fritz-Honsel-Straße der neue breite Geh- und Radweg angelegt. Die Straße wird zwischen Feuerwehr und Winziger Platz künftig Einbahnstraße sein und schmaler werden. Dafür gibt es 13 neue Parkplätze vor dem künftigen „Meschede-Center“.

Grüne Promenade
Nach dem Fällen der bisherigen Bäume verspricht Michael Klauke, Planer der Stadtverwaltung für das Projekt: „Es wird wieder grüner. Wir pflanzen jede Menge nach.“ Sieben neue Hainbuchen-Bäume werden oben an der Straße gepflanzt, dazu (an der Ruhr) Erlen und solche Bäume, die von Bienen geliebt werden – da holt sich die Stadt noch Tipps von Meschedes Imkern. Eine durchgehende Hainbuchenhecke grenzt künftig Straße und Böschung ab. Sie wird nur 80 Zentimeter hoch: Schließlich soll der Blick auf die dann wildere Ruhr immer frei sein.

Quelle: Westfalenpost – Westfälische Rundschau, Lokalausgabe Meschede vom 08.08.2014

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