Städtebauliches Memorandum

Städtebauliches Memorandum Innenstadt Meschede / Henne-Landschaft

Leitideen und Entwicklungsziele
Beschluss des Rates der Stadt Meschede vom 25.02.2010   

Vorwort
Die Stadt Meschede legt mit diesem Städtebaulichen Memorandum die Grundlage für die langfristige Entwicklung der Innenstadt und des südlich angrenzenden landschaftlich geprägten Bereiches bis zum Hennedamm. Das Städtebauliche Memorandum formuliert die Leitideen und Entwicklungsziele für diese zentralen Bereiche der Stadt Meschede, um eine strategische Basis und einen verlässlichen Rahmen für zukünftige Konzeptionen, Fachplanungen, städtebauliche Einzelprojekte und private Maßnahmen zu bestimmen.  

Die Leitideen definieren die zukünftige Funktion und Bedeutung (Zielzustand) der beiden Teilräume im städtebaulichen und landschaftlichen Kontext. Die angestrebten Zielzustände sollen über die Festlegung von Entwicklungszielen für die einzelnen Handlungsfelder erreicht werden. Die Entwicklungsziele sind verbindliche Grundlage für alle zukünftigen Maßnahmen und Projekte. Ihre konkrete Umsetzung in Maßnahmen und Projekte bleibt allerdings den nachfolgenden Planungsprozessen vorbehalten. Ein bedeutendes Instrument zur Umsetzung der Entwicklungsziele ist die REGIONALE 2013.  

Das Städtebauliche Memorandum greift bestehende Konzepte, wie z.B. das ‚Handlungskonzept zur demographischen Entwicklung‘ oder die ‚Vision Hennesee 2020′ auf, konkretisiert diese und schreibt sie fort. Es kann auf weitere Bereiche der Kernstadt ausgedehnt werden und bildet damit die Grundlage für ein integriertes Stadtentwicklungskonzept.  

1. Innenstadt Meschede – Leitideen   

1.1 Die Innenstadt als vitales Mittelzentrum für Handel und Dienstleistung
Die Innenstadt wird als Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Kulturzentrum der Stadt Meschede und darüber hinaus des mittelzentralen Verflechtungsbereichs gestärkt. Dazu zählen neben attraktiven Warenangeboten des kurz-, mittel- und langfristigen Bedarfs auch vielfältige Gastronomie-, Kultur- und Bildungsangebote. Entsprechend ihrer Lage und Bedeutung übernehmen die einzelnen Teilbereiche der Innenstadt dabei unterschiedliche Aufgaben:  

Projektgebiet

Das Projektgebiet

Die Ruhrstraße und der Winziger Platz bilden den Hauptgeschäftsbereich mit einem weitgehend lückenlosen Besatz an Einzelhandels- und Dienstleistungsangeboten.  

  • Die Reaktivierung eines großflächigen Einzelhandelsangebotes am Standort Kaufhaus/Stadthalle wirkt als wichtiger Magnet für die Innenstadt.
  • Die Übergangsbereiche (Le-Puy-Straße, Ruhrplatz, von-Stephan-Straße, Rebell, Kaiser-Otto-Platz, Gutenbergstraße, obere Steinstraße, Warsteiner Straße) übernehmen Ergänzungsfunktionen zur Hauptgeschäftslage und werden räumlich und funktional gut mit dem zentralen Einkaufsbereich verknüpft.
  • Le-Puy-Straße und ‚Bahnschiene West‘ haben eine besondere Bedeutung als Verknüpfungspunkt für den öffentlichen Verkehr und erfüllen darüber hinaus wichtige Nahversorgungsaufgaben.
  • Das Stiftscenter wird als ein zentraler Standort für attraktive innerstädtische Parkplätze weiterentwickelt.

Die besondere Bedeutung der Innenstadt wird deutlich in einem qualitätvollen öffentlichen Raum, mit dem sich die Stadt Meschede präsentiert und der Besuchern und Bewohnern einen angenehmen Aufenthalt bietet. Dabei werden die herausragenden Gestaltungspotenziale, die sich durch die Lage an Ruhr und Henne bieten, optimal ausgenutzt. Hierzu zählen insbesondere der ‚Henne-Boulevard‘ mit einer offen geführten Henne im Bereich des Winziger Platzes und eine attraktive Ruhr-Promenade. Bessere Querbeziehungen und Verknüpfungen der Seitenbereiche in Form von Rundläufen stellen sicher, dass die gesamte Innenstadt von dieser Entwicklung profitiert. Der attraktiv gestaltete öffentliche Raum der Innenstadt wird belebt durch Außengastronomie, Spielmöglichkeiten und kulturelle Angebote für Jung und Alt.  

Übersichtskarte mit Einzelprojekten1.2 Die Innenstadt als attraktiver Lebensraum
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und sich verändernder Wohnansprüche entwickelt sich die Innenstadt zu einem attraktiven Wohn- und Lebensstandort. An geeigneten Orten entstehen neue zeitgemäße Wohnungsangebote. Insbesondere die reizvollen Lagen an den Flüssen Ruhr und Henne werden hierfür genutzt. Dabei entstehen neue Wohnformen und -qualitäten wie Wohngruppenprojekte, Wohnen mit Kindern, Studentisches Wohnen, Mehrgenerationenwohnen oder attraktive Obergeschosswohnungen in den Handelslagen. Neben neuen Wohnungsangeboten werden private Initiativen gefördert, um den Wohnungsbestand den veränderten Qualitätsansprüchen und Nachfragestrukturen anzupassen.  

Durch die Bündelung und Vernetzung von Kultur- und Bildungsangeboten in der Innenstadt wird die Wohn- und Lebensqualität zusätzlich gestärkt. Der öffentliche Raum mit Ruhr-Promenade, Henne-Boulevard und dem neuen Stadtpark am Kreishaus bildet ein einladendes Wohnumfeld.   

1.3 Die Innenstadt als Teil des Hochschulstandorts Meschede
Neben dem Thema ‚Wasser‘ bildet das Thema ‚Wissen‘ ein bedeutendes Potenzial für die Entwicklung der Innenstadt. Der Standort Meschede der Fachhochschule Südwestfalen bietet hierzu hervorragende Voraussetzungen. Es werden vielfältige Möglichkeiten genutzt, die Präsenz der Fachhochschule in der Innenstadt zu stärken. Mögliche Elemente einer solchen Strategie sind:   

  • Ein neuer Standort für zentrale Einrichtungen der Hochschule in der Innenstadt;
  • Die Nutzung bestehender Räumlichkeiten (zum Beispiel Stadthalle) für Seminare, Vorlesungen oder andere Veranstaltungen der Hochschule;
  • Wohnungsangebote für Studierende in der Innenstadt;
  • Die optimale verkehrliche Anbindung Fachhochschule – Innenstadt;
  • Die Nutzung der Innenstadt als ‚Labor für Hochschulforschung‘ etwa in Form neuer Mobilitäts- und Energiekonzepte, innovativer Beleuchtungsprojekte oder Wissensstandorte am Wasser.

Unter einem Stadtslogan: ‚Meschede….. Hochschulstadt am Wasser‘ wird die Hochschule gezielt in das Stadtmarketing einbezogen. Welcome-Angebote für Studierende oder Veranstaltungsangebote der Hochschule in der Stadt verhelfen der Hochschule zu einer besseren Präsenz in der Innenstadt und sind gleichzeitig belebendes Element.  

2. Innenstadt Meschede – Entwicklungsziele
Die in den Leitideen genannten Zielzustände für die Innenstadt sollen durch die nachfolgende genannten Entwicklungsziele für einzelne Teilbereiche und Handlungsfelder erreicht werden.   

2.1 Entwicklungsachse Henne-Boulevard (Winziger Platz)
Der Winziger Platz in zentraler Innenstadtlage ist der nördliche Ausgangspunkt und somit ein wesentlicher Baustein des geplanten ‚Henne-Boulevards‘. Die Neugestaltung des Winziger Platzes ist eine Schlüsselmaßnahme für die Innenstadtentwicklung. Wichtige Entwicklungsziele sind:   

  • Die Öffnung der heute mit einem Deckel verschlossenen Henne, die gestalterische Integration des Flusslaufs in den öffentlichen Raum und die Verbesserung der Erlebbarkeit des Wassers;
  • Die Reduzierung der Verkehrflächen auf ein verträgliches Maß (Einrichtungsverkehr, Stellplätze) und die Nutzung der Flächenpotenziale für eine neue Gestaltung des Winziger Platzes;
  • Die Reaktivierung des ehemaligen Hertie Kaufhauses für Einzelhandelsnutzungen mit einer besonderen Magnetwirkung für die Innenstadt.

2.2 Entwicklungsachse Ruhr-Promenade (Fritz-Honsel-Straße)
Die unmittelbare Lage der Innenstadt an der Ruhr wird aktiv für die Innenstadtentwicklung genutzt. Die Gestaltung einer einladenden Ruhr-Promenade ist geeignet, Anziehungskraft und Aufenthaltsqualität der Innenstadt deutlich zu steigern. Im Einzelnen gelten folgende Entwicklungsziele:   

  • Der Brückenschlag über die Ruhr zwischen Ostring und Kolpingstraße eröffnet durch Verkehrsverlagerungen Spielräume für mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt;
  • Durch die Herausnahme von Verkehr und eine neue Gestaltung der Fritz-Honsel-Straße im Einrichtungsverkehr entstehen Flächenangebote zur Bereitstellung von Ersatzstellplätzen für die am Winziger Platz entfallenden Stellplätze;
  • Die Gestaltung der Ruhr-Promenade schafft Verweilmöglichkeiten und Ausblicke auf den Flusslauf der Ruhr und den Einmündungsbereich der Henne;
  • Die Verlegung des Ruhrtalradwegs auf die Ruhr-Promenade an der Südseite des Flusslaufes führt die Radtouristen näher an die Innenstadt heran.
  • Ein erholsamer und beschaulicher Uferrundweg (‚Ruhrpark’) stellt einen willkommenen Kontrast zu den belebten Straßen der Innenstadt dar.

2.3 Ruhrbrücke und Ruhrplatz
Ruhrbrücke und Ruhrplatz bilden einen markanten Zugang zur Innenstadt von Norden. Durch eine verkehrliche Neuordnung und Neugestaltung dieses Bereiches entsteht eine einladende Eingangssituation in die Innenstadt. Folgende Entwicklungsziele gelten für diesen Bereich:   

  • Eine weitgehende Verkehrsberuhigung auf der Ruhrbrücke bzw. zwischen Ruhrplatz und Ruhrstraße und weiter bis zum Winziger Platz bietet die Chance, hier die Aufenthaltsqualität deutlich zu steigern und eine Konzentration von (Außen-) Gastronomie und Freizeitangeboten zu entwickeln;
  • Bei einer attraktiven Gestaltung des Ruhrplatzes wird insbesondere die Führung des RuhrtalRadwegs verbessert. Die Optimierung der Fußwegebeziehungen zur Warsteiner Straße ist ein weiteres bedeutendes Ziel bei der Aufwertung dieses Bereiches.

2.4 Neuordnung des Finanzamtareals
Der Standort des Finanzamtareals an der Schnittstelle von Ruhr-Promenade und Winziger Platz bietet hervorragende Möglichkeiten, diesen städtebaulich exponierten Punkt gestalterisch und funktional aufzuwerten. Dabei gelten folgende Entwicklungsziele:   

  • Die Verlagerung des Finanzamtes ist gleichzeitig Chance und Voraussetzung für tief greifende Verbesserungen in diesem Bereich;
  • Eine städtebauliche Neuausrichtung hat zum Ziel, hier Einzelhandel, Dienstleistungen und gegebenenfalls Angebote der Fachhochschule in einer hochwertigen Architektur unterzubringen. Dem neuen Gebäude ist ein zur Ruhr orientierter städtischer Platz vorgelagert.
  • Durch die Verlegung der Verkehrsanbindung ‚Alte Henne‘ erweitern sich die Möglichkeiten der Platzgestaltung.

2.5 Wohnbaupotenziale
Die Leitidee einer lebendigen Nutzungsmischung der Innenstadt beinhaltet die Stärkung der Wohnfunktion. Insbesondere folgende Wohnbaupotenziale werden dazu genutzt:   

  • Die Fläche ‚Rinschen Park‘ mit fußläufiger Anbindung zum Winziger Platz;
  • Das Ruhrufer gegenüber dem Rathaus;
  • Flächen an der Mühlengasse südlich des Kreishauses.

2.6 Kultur- und Bildungsangebote
Die Konzentration des Kultur- und Bildungsangebotes in der Innenstadt ist ein weiterer wichtiger Impuls zur Stärkung der Innenstadt. Insbesondere wirkt sich dies positiv auf die Attraktivität des innerstädtischen Wohnens aus. Dabei geht es weniger darum, neue Angebote zu schaffen, sondern bestehende Angebote gut zu vernetzen. Bei anstehenden Standortverlagerungen von Kultur- und Bildungseinrichtungen sind diese vornehmlich in der Innenstadt anzusiedeln und mit den bestehenden Einrichtungen zu vernetzen.   

2.7 Hochschulstandort Meschede
Die Leitidee, die Innenstadt als Bestandteil des Hochschulstandorts Meschede zu etablieren, wird durch folgende Entwicklungsziele unterstützt:   

  • Der Standort Meschede der Fachhochschule Südwestfalen wird aktiver Bestandteil des Stadtmarketings;
  • Die FH präsentiert sich mit zentralen Einrichtungen in der Innenstadt oder nutzt Flächenangebote für Veranstaltungen in bestehenden Gebäuden, etwa der Stadthalle.
  • Studierende werden durch ein attraktives Wohnungsangebot in der Innenstadt besser an die Stadt Meschede gebunden und tragen zur Belebung der Innenstadt bei.
  • Der Standort der Fachhochschule an der Lindenstraße wird durch attraktive Radwege und eine gute ÖPNV-Anbindung optimal mit der Innenstadt verknüpft.

3. Henne-Landschaft – Leitideen

3.1 Der Henne-Boulevard als Bindeglied zwischen Hennesee und Innenstadt
Durch eine einladende Wegeverbindung – den Henne-Boulevard – werden Innenstadt und Hennesee besser miteinander verknüpft. So soll einerseits die Innenstadt vom Hennesee – Tourismus profitieren, andererseits wird der Hennesee mit seinen Freizeit- und Erholungsangeboten ein bequem erreichbares und willkommenes Ziel für Innenstadtbewohner und -besucher.
Der Henne-Boulevard besteht aus einer einprägsamen Wegeverbindung zwischen der Mündung der Henne in die Ruhr und dem Hennedamm. Rückgrat und Orientierung dieses Weges ist der Fluss Henne.   

  • Die Wegeverbindung zeichnet sich durch eine einheitliche und markante Gestaltung aus, die den Benutzern die Orientierung erleichtert. Vielfältige Angebote am Rande des Weges, die Bildung von Abschnitten und attraktive städtebauliche und landschaftliche Szenerien beiderseits des Weges machen die etwa zwei Kilometer lange Strecke erlebnisreich und kurzweilig.
  • Die einheitliche Gestaltung des Weges variiert im Detail, da die verfügbaren Flächen und die absehbare Nutzerfrequenz unterschiedliche Querschnitte erfordern.
  • Der Weg wird von Stationen flankiert, die die Themen ‚Wasser‘ spielerisch und anschaulich demonstrieren und so den Weg anregend und kurzweilig gestalten.

3.2 Die Henne als prägender Bestandteil des Stadt- und Landschaftsraums
Die Gestaltung der Henne gliedert sich in erkennbare Abschnitte, die Gestaltungselemente orientieren sich an den städtebaulichen und landschaftlichen Chancen und Potezialen im direkten Umfeld sowie an den wasserbaulichen Notwendigkeiten.   

  • Die urban gestaltete Henne im Innenstadtbereich zeichnet sich durch baulich gefasste Uferkanten aus;
  • Die den Stadtpark am Kreishaus begleitende Henne präsentiert sich in einer eher landschaftsnahen Gestaltung;
  • Im Bereich der Emhildisschule und dem südlich angrenzenden Talraum ist die Henne naturnah gestaltet;
  • Am Fuße des Hennedamms wird die aus wasserbaulichen Gründen weiterhin technisch ausgebaute Henne bewusst inszeniert.

Die Gestaltung dieser Teilbereiche folgt gleichermaßen den Anforderungen des Hochwasserschutzes, dem ökologischen Umbau von Fließgewässern sowie den Anforderungen an die Erlebnisqualität für unterschiedliche Nutzergruppen.   

3.3 Die Henne-Landschaft als Raum besonderer Orte
Vielfältige begleitende Angebote machen den Henne-Boulevard anziehend und kurzweilig:   

  • Die Grünflächen im Bereich des Kreishauses werden zu einem innerstädtischen Stadtpark gestaltet, der generationenübergreifende Angebote bereithält.
  • An der Emhildisschule lädt das Wasser der Henne zum Spielen ein und wird gleichzeitig zu pädagogischen Zwecken genutzt.
  • Der weite Talraum südlich der Schule bietet die Chance, hier wieder einen nahezu naturnahen Verlauf der Henne zu ermöglichen und damit einen ökologisch vielfältigen Landschaftsraum zu entwickeln.
  • Im Abschnitt der technisch geprägten Henne können in Form von Stationen die Themen ‚Wasser‘ und ‚Energie‘ in Kooperation mit der Fachhochschule spielerisch und anschaulich demonstriert werden.
  • Schließlich bildet der Hennedamm den spektakulären Höhepunkt des Weges mit einer Inszenierung des Aufstiegs und einer besonderen Attraktion auf dem Hennedamm.

4. Henne-Landschaft – Entwicklungsziele
Die Leitidee einer besseren Verzahnung des Freizeit- und Erholungsangebots am Hennesee mit der Innenstadt findet ihren Ausdruck in den Entwicklungszielen für unterschiedliche Teilbereiche und Themen zwischen Hennedamm und Mündung der Henne in die Ruhr.   

4.1 Stadtpark am Kreishaus
Die Freiflächen am Kreishaus bilden die Schnittstelle zwischen der dicht bebauten Innenstadt und dem landschaftlich geprägten Abschnitt bis zum Hennedamm. In dieser innerstädtischen Randlage ergeben sich zahlreiche Chancen, die Freiflächen beidseitig der Henne zu einem in sehr kurzer Zeit barrierefrei erreichbaren innerstädtischen Park für die Innenstadtbewohner zu entwickeln. In thematischer Hinsicht könnten hier Spielflächen für kleine Kinder und Rückzugsräume für Senioren oder Mitarbeiter des Kreishauses geschaffen werden, da sich die Flächen durch ihre ruhige Lage hierfür optimal anbieten. Das sich durch die Henne bietende Potenzial könnte optimal für die Gestaltung des Parks genutzt werden.
Ein wichtiges Thema ist die Integration des Henne-Boulevards in die Gestaltung des Parks, der mit einer barrierefreien Querung nördlich des Kreishauses auf die östliche Seite der Henne geführt werden soll und so dieses Areal unmittelbar an die Mühlengasse anbindet.   

4.2 Landschaftsraum zwischen Emhildisschule und Hennedamm
Landschaft und umgestaltete Henne werden in die Außengestaltung der neuen Emhildisschule integriert. Die Freiraumgestaltung wird genutzt, um den Schulkindern einen gefahrlosen und spielerischen Umgang mit dem Wasser zu ermöglichen und gleichzeitig Wissen zum Thema Wasser, Natur und Energie zu vermitteln.
Im südlichen Anschluss an die Schulfläche verläuft die Henne durch einen weiten Talraum. Die weitläufige Fläche wird genutzt, um der Henne wieder einen weitgehend natürlichen, mittelgebirgstypischen Verlauf zu ermöglichen – verbunden mit einer ökologischen Aufwertung der Talaue.   

4.3 Hennedamm als Freizeit- und Tourismusschwerpunkt
Der Hennedamm ist Endpunkt des Henne-Boulevards. Zur besonderen Inszenierung des Hennedamms dienen folgende Entwicklungsziele:   

  • Es entstehen unterschiedliche Angebote des Aufstiegs zum Hennedamm, vom leichten Anstieg mit gemäßigter Steigung bis hin zu einem gestalterisch markanten, gradlinigen, körperlich anspruchsvollen Anstieg. Bei Vorliegen der wirtschaftlichen Machbarkeit ist auch eine mechanische Aufstiegshilfe wünschenswert.
  • Der Hennedamm wird durch gestalterische Maßnahmen als prägendes Bauwerk zum Landschaftsraum präsentiert. Spektakuläre Angebote auf dem Hennedamm selbst – zum Beispiel eine ‚schwebende Aussichtsplattform‘ – bilden zusätzliche Attraktionen.
  • Der Aufstieg zum Hennedamm und die Inszenierung des Dammes sind wichtige Projekte zu einer einladenden Verbindung von Henne und Innenstadt. Gleichzeitig entsteht hier die Schnittstelle zwischen dem ‚Henne-Boulevard‘ und dem ‚Hennesee Uferrundweg‘.